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Events, Unternehmen – 25. Oktober 2025

Kategorie-Sieg für „hervorragende Serienfertigung“ beim renommierten Wettbewerb „Fabrik des Jahres“ 2022

Seit 2019 verstärkt Torsten Ratzmann die egeplast Geschäftsführung und wird seither nicht nur fachlich, sondern auch menschlich sehr geschätzt. Mit einer guten Mischung aus Tatkraft und Fingerspitzengefühl führte er mit dem internen ImPROVe Programm eine erfolgreiche neue Lean-Strategie ein, auf deren Grundlage egeplast im vergangenen Jahr den begehrten Kategorie-Sieg für „hervorragende Serienfertigung“ beim renommierten Wettbewerb „Fabrik des Jahres“ erringen konnte. Ein toller Erfolg und ein guter Anlass für ein Interview mit Torsten Ratzmann, egeplast-Geschäftsführer für Operations und Innovation.  

Sie sind 2019 zu egeplast gekommen und haben seither einiges verändert. Welches waren die ersten oder wichtigsten Optimierungspotentiale, die Sie gesehen haben?

Durch meine Berufserfahrung im Bereich der Produktion habe ich mit frischem Blick Optimierungspotenziale gesehen. Die eigentliche Herausforderung lag aber nicht so sehr im Erkennen von Optimierungspotenzialen, sondern vielmehr darin, die Mitarbeitenden so mitzunehmen, dass sie die Veränderungsnotwendigkeit auch mittragen. Methoden und Fachwissen kann man nachlesen und mal mehr, mal weniger leicht erlernen. Aber einen Mitarbeitenden davon zu überzeugen, alte, vielleicht über Jahre oder Jahrzehnte gelebte, Arbeitsabläufe hinter sich zu lassen und sich auf neue Wege einzulassen, ist der eigentliche Kern eines solchen Vorhabens.“  

Wie ist Ihnen das gelungen?
 

Ich denke, am Anfang muss in jedem Fall eine gewisse Sensibilität für die grundlegende Problematik stehen. Man muss auch bereit sein, die Mannschaft entsprechend abzuholen. Nicht zuletzt muss man auf gute Führungskräfte bauen können, die diesen Weg ebenfalls mitgehen. 

Früher wurde Lean oder Automatisierung oftmals mit Stellenabbau assoziiert, das ist meines Erachtens einer der größten Fehler, den man in den Anfängen bei der Einführung gemacht hat. Denn um Stellenabbau geht es nicht. Stattdessen gibt gutes Lean-Management den Mitarbeitenden Strukturen, Methoden, Prozesse etc. an die Hand, mit denen sie besser, schneller und einfacher arbeiten können. In dem Moment, wo die Mannschaft dies erkennt, zieht jeder einzelne besser mit, um in der Quintessenz mit den gleichen Mitteln, auch der gleichen Anzahl an Mitarbeitenden, mehr aus dem Betrieb herauszubekommen. So können alle besser, hoffentlich sogar einfacher, arbeiten und gleichzeitig lässt sich der Output steigern. Das sind mein Grundverständnis und mein Zielgedanke beim Thema Lean und die habe ich offenbar erfolgreich an die Truppe vermittelt.“

 

Ist das in Ihren Augen auch der Grund, aus dem egeplast den Preis der Fabrik des Jahres bekommen hat?  

„Das ist sicher ein wichtiger Faktor gewesen. Ich habe es schon oft gesagt und betone es gerne noch einmal: Diesen Preis kann kein einzelner gewinnen, das klappt nur, wenn eine komplette Mannschaft gut zusammenarbeitet, sich gegenseitig inspiriert und gemeinsam die Disziplin aufbringt, Veränderungen voranzutreiben. Ich bin in der glücklichen Lage, sagen zu können: Ich habe eine Truppe gefunden, die nicht nur bereit war, sich auf Neues einzulassen, sondern Veränderungen auch dauerhaft konsequent beizubehalten. Maßgeblich vorangetrieben haben dies Dr.-Ing. Isabell Fiebig, Dr.-Ing. Tobias Hallmann und Michael Büser.“  

 

Welche Bedeutung hatte die Teilnahme am Wettbewerb zur Fabrik des Jahres in der täglichen Arbeit? Oder anders: Wie präsent war das Ziel des Kategorie-Sieges?   

„Ich bin davon überzeugt, dass ein gemeinsames Ziel Menschen motiviert und antreibt. Deshalb haben wir schon früh einen Kategorie-Sieg bei der Fabrik des Jahres in unsere Strategie mit eingebunden und als konkretes Ziel definiert. Dieses klare und transparent kommunizierte Ziel, das sich ja an den für den Wettbewerb definierten Kennzahlen konkret bestimmen lässt, hatten wir permanent vor Augen. Das gab uns gewissermaßen die Grundlage, auf der wir in vielen Bereichen eine entsprechende Optimierung erreicht haben.  

Auch indem wir die Kennzahlen für den Wettbewerb immer wieder betrachtet und ausgewertet haben, konnten wir für das Unternehmen Verbesserungen in sehr vielen Punkten erreichen. Konkret meine ich damit Prozesse, Abläufe oder auch Themen wie ein gutes Verständnis für unsere Produktion und Produkte. Nicht zuletzt fällt darunter aber auch die Tatsache, dass die Mitarbeitenden in der Produktion eine neue Art der Achtsamkeit für eben diese Punkte entwickelt haben.“  

 

Sie lassen es plausibel und einfach klingen. War es das auch? Können Sie die größte Hürde benennen?   

Wäre es einfach, könnte es ja jeder! Besonders, da wir als Mittelständler in Bezug auf Ressourcen mit gewissen Restriktionen konfrontiert sind, war für uns eine der großen Fragen: Wie kriegen wir dieses Thema im normalen Tagesgeschäft parallel noch aufgesetzt. Sich Kapazitäten zu schaffen, bzw. richtigerweise eher ‚freizuschaufeln‘, war sicher eine der richtigen und wichtigen Entscheidungen, in der Umsetzung dann aber eben umso herausfordernder. Dass uns dieser erste grundlegende Schritt gelungen ist, war aber meines Erachtens die Basis für den Gesamterfolg. Dabei hat uns dann im Umkehrschluss unsere Größe in gewisser Weise auch wieder geholfen. Denn als mittelständisches Unternehmen hat man auch Vorteile, etwa kürzere bzw. schnellere Entscheidungswege, in unserem Fall aber auch eine persönlichere Art der Zusammenarbeit, einen sehr guten Zusammenhalt und am Ende dann ein konsequentes Hinarbeiten auf ein gemeinsames Ziel. 

 

Glückwunsch noch einmal zur Auszeichnung. Was kommt als nächstes?

Ich sage mal so: Das Konzept, sich eine gewisse Messgröße als strategische Marke vorzunehmen, hat für uns ja durchaus funktioniert. Daher sehe ich uns diese Erfolgsidee weiter beibehalten. Auf welchen Pokal wir als nächstes schielen, steht noch nicht fest, aber ich habe durchaus ein paar im Auge. Wichtig ist mir dabei, einen Wettbewerb zu finden, der für uns auch mit der nächsten Professionalisierungs-Ebene einhergeht. Ich meine damit, dass wir nicht nur mit dem Ziel einer Auszeichnung irgendwo teilnehmen werden, sondern das finale Ziel immer eine Weiterentwicklung des Unternehmens sein sollte. In jedem Fall blicke ich sehr optimistisch in die Zukunft und bin mir ganz sicher, dass die Firma egeplast auch weiterhin Preise gewinnen wird, wenn sie an Wettbewerben teilnimmt.  

 

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