Im Kreis Kleve hat Amprion im August 2025 einen weiteren Meilenstein im Zuge des Baus der Gleichstromverbindung A-Nord erreicht: die Rheinquerung zwischen Rees (Haffen) und Xanten (Obermörmter). Ein wesentlicher Baustein bei diesem Vorhaben sind Kabelschutzrohre, die die spätere Energieverbindung im Boden schützen und dauerhaft sichern. Zum Einsatz kamen egeplast Power Protect PE-RT Rohre.
Für die Rheinquerung im Rahmen des Baus der A-Nord-Trasse war eine Lösung gefragt, die hohe mechanische Belastungen bei der Verlegung ebenso abdeckt wie die langfristige Schutzfunktion im Deich- und Flussbereich. Zum Einsatz kamen egeplast Power Protect PE-RT Rohre d 315 × 43,1 mm (SDR 7,4) in einer Gesamtmenge von 4.512 Metern, ergänzt um Übergangsstücke zur Verbindung des Dükers mit der Anlandung am Deich.
Vor dem Einzug: Rohrlieferung und präzise Vorarbeiten
Bei Großprojekten wie diesem spielt ein genaues Timing und ein perfektes Zusammenspiel aller Beteiligten eine besondere Rolle. Die Rohrlieferungen erfolgten von Juni bis Anfang Juli 2025. Vor der eigentlichen Verlegung waren zunächst Schweißarbeiten am Deich notwendig, um die anschließenden Bauabschnitte vorzubereiten.

Besondere Herausforderungen: Fluss, Deich und tonnenschwere Kräfte
Am 14.08.2025 zahlten sich jahrelange Planungen aus und die aufwendige Durchquerung des Rheins wurde reibungslos durchgeführt. Die Verlegung der Schutzrohre erfolgte in offener Bauweise, für die sowohl durch die beiden Deiche als auch durch den Rhein selbst ein enormer Kabelgraben ausgehoben wurde.
Für den Graben durch den Rhein wurde mit Baggerschiffen eine etwa 5 m tiefe Rinne geschaffen. Der Einzug der Kabelschutzrohre erfolgte mithilfe eines Dükers, dessen Dimensionen beeindrucken: Der verwendete Dükerschlitten ist ca. 560 m lang und breit genug, um acht Kabelschutzrohre nebeneinander darauf zu befestigen. Die gewaltige Größe des Schlittens war erforderlich, um die gesamte Breite des Rheins überbrücken zu können und erklärt das Systemgewicht von rund 574 Tonnen. Mithilfe einer Zugwinde mit einer maximalen Zugkraft von 300 t wurden die Kabelschutzrohre anschließend eingezogen – ein Kraftakt, der etwa vier Stunden dauerte.
Begleitet wurde dieser Meilenstein durch eine Infoveranstaltung vor Ort. Eine Planwagenfahrt entlang des Rheins bot Beteiligten und Gästen die Möglichkeit, die Baustelle aus nächster Nähe zu erleben und Einblicke in die logistischen Abläufe und die Dimensionen der Rheinquerung zu gewinnen.

Infrastrukturprojekt mit hoher Sichtbarkeit
Die Rheinquerung der A-Nord-Verbindung zeigt, wie komplexe Energieinfrastrukturprojekte im Zusammenspiel aus Planung, Bauverfahren und robusten Systemkomponenten umgesetzt werden „Die eingesetzten Kabelschutzrohre leisten dabei einen wichtigen Beitrag, um die Trasse im sensiblen Bereich von Deich und Fluss langfristig zu schützen,“ so Thomas Gross, Managing Director Hülskens Wasserbau GmbH & Co. KG.


Projektbeschreibung
Rheinquerung für die Gleichstromtrasse A-Nord
Herausforderungen
Querung des Rheins sowie beider Deiche auf den Uferseiten unter Einhaltung aller Vorgaben von Wasserschifffahrtsamt, Deichverbänden, Naturschutzverbänden und Kreisen.
Lösung
Ausheben von Kabelgräben sowohl durch die Deiche als auch den Rhein; Verlegung der Schutzrohre auf einem ca. 560 m langen Dükerschlitten
Verlegung
Offene Bauweise im Dükerverfahren
Rohrsystem
egeplast Power Protect PE-RT Rohre d 315 × 43,1 mm (SDR 7,4)
Projektbeteiligte
Auftraggeber: Amprion
Bauunternehmen: Hülskens Wasserbau GmbH & Co. KG
ausführendes Unternehmen für die Schweißarbeiten: RN Rohrleitungsbau Niederrhein GmbH
egeplast
Power Protect PE-RT
Protective pipes for high and extra-high voltage cables with a low-friction inner layer and individual marking.
UV-resistant signal color layer
Solid wall or co-extruded, optionally with stripes
Inspection-friendly inner layer: optionally highly slidable or abrasion-resistant




