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egeNews, HexelOne® SLM, SLM® 3.0 – 21. April 2026

Emissionsreduzierende Kunststoffrohre für Wasserstoff – für die grünen Gasnetze der Zukunft

egeplast entwickelt innovative Green Gas Pipes mit einer zusätzlichen Permeationssperrschicht zur Reduzierung der Emission von Wasserstoff und Methan.

© istockphoto.com/Scharfsinn86

Deutschland verfügt mit seinem weit verzweigten Erdgasnetz und den angeschlossenen Gasspeichern über eine Infrastruktur, die teilweise auch für Wasserstoff genutzt werden kann. Um jedoch die künftig benötigten Wasserstoffmengen zuverlässig dort hin zu transportieren, wo fossile Energieträger ersetzt werden sollen, sind zusätzliche Leitungen erforderlich. Daher entsteht in Deutschland derzeit ein großflächiges Wasserstoffnetz – das sogenannte Wasserstoff Kernnetz. Es soll als zentrale Transportinfrastruktur dienen und Erzeugungsstandorte, Speicher, Industriezentren und Verbrauchsregionen miteinander verbinden. Geplant sind insgesamt rund 9.000 km Pipeline, die wichtige Regionen im ganzen Land verknüpfen. Rund 60 % der Leitungen entstehen durch die Umrüstung bestehender Erdgasleitungen, der übrige Teil wird neu gebaut.

Die großen Hauptleitungen bestehen wegen des hohen Drucks aus Stahl. Für die Verzweigungen und die Feinverteilung im Netz wer den hingegen flexible Kunststoffrohre zum Einsatz kommen. Diese bieten mehrere Vorteile: Sie können in sehr langen Längen ohne Verbindungsstellen verlegt werden und sind zudem korrosionsbeständig. Auch wirtschaftlich sind sie attraktiv, da sie sich mit modernen, grabenarmen Verlegeverfahren wie Pflügen oder Fräsen besonders effizient einbauen lassen – mit Verlegeleistungen von über 1.000 m pro Tag. Gleichzeitig schonen diese Verfahren die Umwelt, da der Eingriff in Natur und Boden deutlich geringer ausfällt.

Allerdings stellt Wasserstoff besondere Anforderungen an die Materialien. Immer wieder wird auf deutscher und europäischer Ebene darüber diskutiert, wie durchlässig Kunststoffe für Wasserstoff sind – das heißt, wie viel Wasserstoff durch Permeation durch die Rohrwände entweichen kann. Eine Lösung bieten moderne Kunststoffrohre mit mehreren Schichten, darunter eine spezielle Sperrschicht, die dasnAustreten von Gas nahezu verhindert.

Im Rahmen eines DVGW-Forschungsvorhabens wurde gemeinsam mit führenden Gasversorgern eine optimierte Rohrkonstruktion mit integrierter, innenliegender Sperrschicht umfassend hinsichtlich ihrer Permeationseigenschaften geprüft und es wurden umfangreiche anwendungstechnische Praxisversuche durchgeführt: Abquetschversuche gemäß DVGW G 452 belegen, dass die neuen Gasrohre mit zusätzlicher Innenschicht dieser extremen mechanischen Beanspruchung standhalten. Damit ist das Abquetschen als betriebliche Maßnahme möglich.

Auch die durchgeführten Schweißversuche zeigen, dass sich die untersuchten Rohre mit integrierter Sperrschicht mittels Stumpfschweißen sicher und zuverlässig verbinden lassen. Die Verwendung aller am Markt verfügbaren und für Gas zugelassenen Heizwendelformteile ist selbstverständlich auch uneingeschränkt möglich.

Diese Rohre können Methanverluste fast vollständig verhindern und auch bei Wasserstoff den Verlust im Vergleich zu einfachen Rohren um die Hälfte verringern. Die Permeationsmessungen mit der integrierten Sperrschicht zeigen eine deutliche Reduktion des Co2-Äquivalents, für Methan ist die Sperrschicht nahezu permeationsdicht.

Das Resümee des Forschungsvorhabens fasst es wie folgt zusammen:

„Die untersuchten Mehrschichtrohre zeigen keine Einschränkungen hinsichtlich der Betriebstauglichkeit gegenüber den Vollwandrohren ohne Sperrschicht.“
„Die erwartete deutliche Verbesserung der Permeationseigenschaften gegenüber Methan und Wasserstoff konnte nachgewiesen werden.“

Unsere PE-Rohre mit integrierter Permeationssperrschicht verbinden erprobte Praxistauglichkeit mit nachhaltigem Emissionsschutz und verdienen damit den Namen „Green Gas Pipes“.

Da sich die aktuellen Anforderungen beim Aufbau von Wasserstoffnetzen im Kunststoffrohrbereich zunächst auf die Dimensionen DN 100 und DN 150 konzentrieren, starten wir im ersten Schritt mit Rohrdimensionen von 90 bis 160 mm. Folgende Rohrsysteme sind künftig optional mit Permeationssperrschicht erhältlich:

  • egeplast SLM® 3.0 (für Betriebsdrücke bis 10 bar)
  • HexelOne® Hochdruckrohre (für Betriebsdrücke bis 16 bar)

Mit den neuen egeplast „Green Gas Pipes“ lassen sich Emissionen signifikant reduzieren – ein entscheidender Beitrag für den sicheren, nachhaltigen und umweltfreundlichen Ausbau moderner Wasserstoffnetze.

© Harry Zarske
Grabenarme Verlegung eines HexelOne® Hochdruckrohrs aus Polyethylen im Pflugverfahren – umweltschonend durchgeführt in einem Naturschutzgebiet.

Für den sicheren Ausbau moderner Wasserstoffnetze:
Auch 3R und gwf Gas + Energie berichten in Ausgabe 01-02/2026 über „Emissionsreduzierende Kunststoffrohre mit zusätzlicher Permeationssperrschicht“ mit einem Fachartikel von Dr.-Ing. Thorsten Späth.

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