Das Rohrsystem mit integrierter Schweißtechnik – egefuse 2.0

Die B_I Medien (www.bi-medien.de) haben kürzlich einen Bauprojektbericht über die Erneuerung eines Abwasserkanals des Wasserverbandes Wesermünde publiziert. Das Kanalrohrsystem egeFuse® 2.0 hat sich dabei als optimale Lösung dargestellt. Alle Informationen über das Bauvorhaben, die Herausforderungen vor Ort sowie die Umsetzung finden Sie hier.

Neubau eines Abwasserkanals in Bad Bederkesa

  • enges Zeitfenster
  • beschränkten Platzverhältnisse
  • setzungsempfindlicher und teilweise nicht tragfähige Bodenverhältnisse
  • hoher Grundwasserspiegel
AuftraggeberWasserverband Wesermünde
AuftragsortBad Bederkesa
PlanungsbüroKleberg und Partner mbB
UmsetzungKleberg und Partner mbB
BauunternnehmungWolfgang Heineking GmbH & Co. KG aus Bremerhaven

egeFuse® 2.0 in Bad Bederkesa: Abwassersammler komplett geschweißt und dauerhaft dicht

Der Neubau eines Abwasserkanals in Bad Bederkesa stellte den Wasserverband Wesermünde vor besondere Herausforderungen. Mit dem egeFuse® 2.0, einem PE-Rohrsystem mit integrierter Schweißtechnik, konnten Zeit und Kosten gespart und ein dauerhaft dichtes Kanalrohrsystem geschaffen werden.

Von Dipl.-Ing. Nicola Schlotmann, Ingenieurbüro Kleberg und Partner, und Dipl.-Ing. Jan Franke, egeplast international GmbH

Der Wasserverband Wesermünde sah sich beim Neubau des Abwasserkanals im niedersächsischen Luftkurort Bad Bederkesa nicht nur mit einem engen Zeitfenster und beschränkten Platzverhältnissen konfrontiert. Die Besonderheit bei diesem Projekt lag in setzungsempfindlichen und teilweise nicht tragfähigen Bodenverhältnissen sowie einem hohen Grundwasserspiegel. Mit den Planungen zur Ausführung des Abwassersammlers wurde daher das erfahrene Ingenieurbüro Kleberg und Partner mbB beauftragt.
Aufgrund seiner Verlegevorteile wurde das Kanalrohrsystem egefuse® 2.0 favorisiert. Durch den Einsatz von Schachtbauwerken aus PE ist ein komplett verschweißtes und homogenes Abwassersystem konzipiert und gebaut worden. Als ausführende Baufirma wurde die Bauunternehmung Wolfgang Heineking GmbH & Co. KG aus Bremerhaven beauftragt, die rund 800 m Kanal sowie zugehörige Schachtbauwerke zu verlegen.

Zeit und Aufwand gespart

Der erste Spatenstich fand im August 2018 statt. Um einen kompletten Bodenaustausch zu vermeiden, wurde eine Unterkonstruktion aus Pfahlgründungen bis auf das Niveau von tragfähigem Boden eingesetzt. Durch die verschweißte Verbindungstechnik kann sichergestellt werden, dass trotz möglicher Setzungen über die Jahrzehnte hinweg, vorherrschender Verkehrsbelastung SLW 60 und daraus resultierender etwaiger Verformungen die Rohrleitung betriebssicher und dauerhaft dicht bleiben wird.
Durch die Reduzierung von schweißvorbereitenden Maßnahmen und Verlegeaufwand in der Baugrube, durch große Baulängen und kurze Schweiß- und Abkühlzeiten konnte die gesamte Baumaßnahme zeitnah und kostengünstig realisiert werden. Der Dichtigkeitsnachweis vor Ort gemäß DIN EN 1610 wurde positiv abgeschlossen und die Abwasserleitung dem zufriedenen Wasserverband Wesermünde übergeben. Die Tiefbaufachfirma Wolfgang Heineking, die zum ersten Mal das egeFuse® 2.0 einsetzte, hat beim Einbau sehr positive Erfahrungen mit dem Rohrsystem gemacht, da es einfach, schnell und sicher zu verlegen ist. Auch der Wasserverband Wesermünde als Auftraggeber ist mit dem Ergebnis der Verlegung sehr zufrieden.

Das egeFuse® 2.0

Eine langlebige Lösungsvariante ohne Risiken

Das egeFuse® 2.0-Kanalrohrsystem mit integrierter Schweißtechnik ist ein komplett geschweißtes und dauerhaft dichtes und wurzelfestes Kanalrohrsystem aus PE-HD. Bei der patentierten egeFuse® 2.0-Verbindungstechnik ist keine spanende Bearbeitung (Schälarbeiten) des Schweißbereiches mehr notwendig. Außerdem kann auf die Aussparung des Rohrauflagers im Bereich der Verbindungstechnik, wie bei herkömmlichen Heizwendelschweißverbindungen notwendig, verzichtet werden, da die Verbindungsstellen außen nicht auftragend sind. Die integrierte Klicktechnologie fixiert die Rohrverbindung längskraftschlüssig während des Schweißvorgangs. Eine zusätzliche Fixierung der Verbindungsstelle beispielsweise mit einem umlaufenden Spanngurt ist wegen der konischen Presspassung nicht notwendig. Beim egefuse 2.0-System mit integrierten Schweißkontakten können die Schweißparameter mittels beiliegender Barcodes von handelsüblichen Schweißautomaten mittels Barcodelesestifte bzw. -Scanner eingelesen werden.

Der Verbindungsübergang zwischen egeFuse® 2.0-Rohren ist innen und außen absolut glatt. Es gibt keine innenliegenden störenden Muffenversätze, Stoßkanten oder etwaige Einschnürungen, beispielsweise hervorgerufen durch einfallende Rohrenden, die die hydraulische Leistungsfähigkeit einschränken würden. Die hydraulische Leistungsfähigkeit des verschweißten Abwasserkanals aus PE ist durch die sehr geringen Rauheitswerte der Oberfläche (k < 0,01 mm) hoch und das Anhaften von Ablagerungen im Kanalbetrieb erschwert. Daraus resultierend kann der Betreiber die Intervalle für das HD-Spülen verlängern, da sich weniger Ablagerungen und Verkrustungen bilden und diese leichter zu entfernen sind. Die egeFuse® 2.0-Kanalrohre verfügen zudem über eine durchgehend gleichmäßig helle inspektionsfreundliche Innenschicht, die eine spätere Auswertung der Kamerabefahrung der Kanalhaltung erleichtert.

Verschweißen mit Vorteilen

Die verschweißte PE-Rohrverbindung wird gemäß DVS (Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V.) als Endlosrohrstrang betrachtet. Untersuchungen der DWA und des DVGW an 40 Jahre genutzten Rohren bezüglich der Schadenshäufigkeiten an klassischen Abwasserleitungen haben ergeben, dass verschweißte Leitungen aus PE ein wesentlich geringeres Schadensrisiko aufweisen als Rohre aus traditionellen Kanalrohrwerkstoffen.

Durch die verschweißte Verbindungstechnik kann von einer dauerhaften Wurzelfestigkeit sowie Dichtheit gegen Ex- und Infiltrationen ausgegangen werden. Fremdwasserzutritte und deren abwassertechnische Behandlung und der daraus resultierenden Mehrkosten auf der Kläranlage gehören der Vergangenheit an. Die DIN 8074 gibt für Druckrohranwendungen aus Polyethylen (PE) eine Betriebsfähigkeit von 100 Jahren an. Nach Ende der Nutzungsdauer kann der verschweißte PE-Rohrstrang zu 100 % der Kreislaufwirtschaft zugeführt werden und der recycelte Rohstoff erneut für die Extrusion von PE-Rohren eingesetzt werden.